Große Energieversorger noch lange nicht auf Energiewende-Kurs. Klima-Allianz kritisiert zur Veröffentlichung der Geschäftsberichte von E.on und RWE Fehlinvestitionen in Kohlekraft

„Mit der Energiewende nicht vereinbar“ – so kritisiert die Klima-Allianz Deutschland die bisherigen Konzernstrategien von RWE und E.on kurz vor Veröffentlichung der Jahresbilanzen am morgigen Dienstag, bzw. Mittwoch. Obwohl Strategieanpassungen teilweise schon stattgefunden hätten, werde immer noch ein Übermaß an Kohlestrom produziert. Deutschland drohe dadurch sein Klimaziel zu verfehlen.

Vor allem RWE sei weiter auf Kohlekurs. So habe der Konzern seit 2011 massiv in neue Kohlekraftwerke mit einer Leistung von insgesamt rund 4.000 Megawatt investiert. Und das trotz bestehender Stromüberproduktion und der politischen Beschlüsse zur Energiewende und zum Klimaschutz. Bei den gleichzeitig zu niedrigen CO2-Preisen gefährde dies die Rentabilität von emissionsärmeren und moderneren Gaskraftwerken. Selbst für die Energiekonzerne habe sich der Neubau vielfach nicht gelohnt. Mit Investitionsruinen wie Datteln oder Hamm-Uentrop hätten E.on und RWE mehrere Milliarden Euro verloren.

„RWE´s Motto „Vorweggehen“ ist bisher nur ein Werbeversprechen. Eine konsequente Neuausrichtung des Kohlekonzerns steht noch aus. Die Leidtragenden sind die Anteilseigner und der Klimaschutz“, so Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland.

Ungeachtet der Stromüberproduktion und des dadurch entstehenden Preisverfalls  an der Börse würden die Kohlekraftwerke deutlich zu spät stillgelegt. Rund ein Drittel seien 40 Jahre und länger am Netz. Braunkohlekraftwerke würden im Durchschnitt sogar erst mit 55 Jahren stillgelegt. Deswegen brauche es dringend ein wirkungsvolles Gesetz zur Begrenzung von Emissionen aus dem Stromsektor, wie es die  Bundesregierung für dieses Jahr angekündigt hat.

„Wann stellt sich die  Energiewirtschaft darauf ein, dass in den nächsten Jahren Kohlekraftwerksleistung entschieden zurückgefahren werden muss? Die Stromerzeugung mit Kohle ist ein Auslaufmodell und muss spätestens 2040 ganz enden”, warnt Klaus Breyer, Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft und Sprecher der Klima-Allianz Deutschland.

„Wer heute weiter auf Kohle statt auf Energieeffizienz und Erneuerbare setzt, wird langfristig herbe Verluste einfahren“, unterstreicht Damian Ludewig, Geschäftsführer des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft und Sprecher der Klima-Allianz Deutschland.

Quelle: Klima-Allianz, 9.3.2015
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