2026 wird zum Schlüsseljahr für die Energiewende – BEE fordert nachhaltige Strategie

Der Bundesverband Erneuerbare Energie sieht Deutschland an einem entscheidenden Punkt. 2026 werden zentrale Weichen für die innovativen Wachstumstreiber Erneuerbare Energien und Digitalisierung gestellt.

“Mit der EEG-Novelle und dem Gebäudemodernisierungsgesetz stehen im kommenden Jahr zwei zentrale Gesetzesvorhaben an, mit denen die Weichen für die Zukunft der Energiewende gestellt werden. Erneuerbare Energien haben 2025 mehr als die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland gedeckt und ihren Anteil am Strommix weiter gesteigert. Die Erneuerbaren geben den Takt im Energiesystem vor. Der Rechtsrahmen muss dieser Entwicklung nun gerecht werden“, betont BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser.

Die geplante EEG-Novelle muss daher einen stabilen Ausbau der Erneuerbaren sicherstellen und einen neuen Marktrahmen definieren. Eine Erneuerung des Strommarktdesigns, die Flexibilität belohnt und die zeitbasierte Förderung weiterentwickelt, ist erforderlich. Erste Schritte dazu wurden schon gemacht. Der Koalitionsvertrag gibt wichtige Hinweise, wie hier marktorientiert weiter gestaltet werden kann. Wichtig ist, die vorhandene Netzinfrastruktur besser zu nutzen. Dafür bleibt ein schneller und unbürokratischer Netzanschluss für Erzeuger, Speicher und flexible Verbraucher entscheidend. Gleichzeitig gilt es, Flexibilitäten anzureizen, deren Bedeutung der Monitoringbericht zur Energiewende des BMWE unterstrichen hatte. “Wirtschaftliches Wachstum braucht Verlässlichkeit – deshalb muss die EEG Novelle schnell kommen und den weiteren Ausbau der Erneuerbaren mit Fokus auf Systemdienlichkeit und Kosteneffizienz sicherstellen”, so Heinen-Esser weiter.

Als ein zweites Leitgesetz wird das neue Gebäudemodernisierungsgesetz erwartet, welches das bestehende Gebäudeenergiegesetz (GEG) ersetzen soll. Damit können privaten Haushalten, Unternehmen und Kommunen verlässliche Regeln für Investitionen in Wärmepumpen, Geothermie, Solarthermie, Holzwärme und Wärmenetze gegeben werden. Heinen-Esser warnt davor, die Debatte wieder auf fossile Umwege zu lenken: „Die Kosten für fossile Energien steigen. Sie schaffen zugleich neue Abhängigkeiten. Im vergangenen Jahr wurden in mehr als zwei Dritteln der Neubauten Wärmepumpen eingebaut. Die Wärmeplanung in den Kommunen zeigt ebenfalls die Abkehr von fossilen Strukturen. Dies unterstreicht: Die Wärmewende ist auf Kurs. Die Politik darf hier nicht ausbremsen.”

Bei der Kraftwerksstrategie fordert der BEE Technologieoffenheit und Dezentralität ein. Statt auf teure fossile Reservekraftwerke zu setzen, sollte die Bundesregierung die großen Potenziale von Speichern und bereits vorhandenen steuerbaren Erneuerbaren nutzen. Diese können schon im laufenden Jahrzehnt einen erheblichen Beitrag leisten – ohne zusätzliche CO₂-Emissionen und ohne neue Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern. “Erneuerbare Kraftwerkskapazitäten stehen bereit und können auch kurzfristig skalieren. Als heimische Energieträger bieten sie Unabhängigkeit und Resilienz und helfen, unnötige Investitionen in fossile Strukturen zu vermeiden“, so Heinen-Esser.

„2026 wird ein Schlüsseljahr. Die technischen Lösungen für eine sichere Energieversorgung sind vorhanden, der Handlungsbedarf ist klar. Entscheidend ist nun, dass die Bundesregierung den Mut hat, die Rahmenbedingungen so auszurichten, dass Erneuerbare ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend zur ersten Wahl in allen Bereichen der Energieversorgung werden“, bekräftigt Heinen-Esser.

Quelle: BEE e.V., 29.12.2025
www.bee-ev.de

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