
Der heute vom Bundeswirtschaftsministerium vorgestellte Bericht zum Energiewendemonitoring bestätigt einen steigenden Strombedarf in Deutschland von heute 500 Terawattstunden auf 600 bis 700 Terawattstunden pro Jahr bis 2030. Gleichzeitig bleibt aber der Ausbau der Erneuerbaren noch hinter den Zielwerten zurück. Konkret heißt das: Damit die industrielle Produktion in NRW bestehen bleiben und wieder steigen kann, brauchen wir mehr Erneuerbare.
Dabei ist Nordrhein-Westfalen schon gut dabei: NRW ist Spitzenreiter bei den Genehmigungen und dem Zubau der Windenergie, holt bei Photovoltaik auf und hat große Potenziale bei der Bioenergie, vor allem bei der Flexibilisierung bestehender Biogasanlagen. Auf keinen Fall darf hier jetzt eine Bremse eingelegt werden. Entsprechend wichtig ist es, den Einfluss NRWs auf Bundesebene geltend zu machen. Weitere Verunsicherung, wie sie von der Bundeswirtschaftsministerin in Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen geschürt wird, gefährdet die Investitionssicherheit und erhöht die Finanzierungskosten der Energiewende. Auch die Strategie von Bundeswirtschaftsministerin Reiche bei Ausgleichsenergie vor allem auf Gasgroßkraftwerke zu setzen, verteuert die Stromerzeugung noch zusätzlich.
Wenn das Bundesministerium nun bei Wasserstoff verstärkt auf Importe setzt und heimische Potenziale vernachlässigt, birgt das die Gefahr neuer Abhängigkeiten und unsicherer Lieferwege. Das ist aus wirtschaftlichen wie auch aus geopolitischen Überlegungen heraus der falsche Weg. Wir brauchen beides. So viel Einsatz heimischer Energie wie möglich, so wenig Importabhängigkeit wie nötig.
Im Gutachten wird eine optimierte Nutzung bestehender Kapazitäten im Netz und an Netzverknüpfungspunkten gefordert und damit eine Forderung des LEE NRWs auch prominent aufgegriffen. „Allein durch regulatorische Änderungen bei den Stromnetzen, können die Kosten für den Netzausbau reduziert werden, und mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen durch weniger Netz geleitet werden. Dies muss aus Effizienzgründen Priorität haben“ so Christian Vossler, Geschäftsführer des LEE NRW.
Die vom Bundesministerium aufgezeigte Tendenz wieder mehr Erdgas zu nutzen und die Abscheidung von CO2 breiter zu ermöglichen, bewertet Vossler jedoch kritisch. Die Kosten und die Speicherpotenziale bei Carbon Capture und Storage (CCS) sind noch unklar. CCS kann nicht signifikant zum Klimaschutz beitragen. Es darf nicht passieren, dass die Idee von CCS die Klimaschutzbemühungen der Wirtschaft konterkariert. Bei Gaskraftwerken hilft CCS nur, wenn die Kraftwerke lange laufen. Dies wird zukünftig nicht der Fall sein.
Das Monitoring zeigt, dass die Energiewende weiter schnell umgesetzt werden muss. Jetzt darf es nicht zu weiterer Planungsunsicherheit kommen. Dies gilt für die Industrie, die Bürgerinnen und Bürger und auch für die Betreiber von Erneuerbaren Energien. Gemeinsam muss entschlossen gehandelt werden.
Quelle: Landesverband Erneuerbare Energien NRW e. V. (LEE NRW) vom 15.9.2025
www.lee-nrw.de
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