EcofinConcept GmbH Erneuerbare Energien – Consulting, Projektentwicklung, Investment und Projektvermarktung

Bundesnetzagentur streicht absehbar benötigte Netzprojekte

Logo Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.

„Das Prüfergebnis des Netzentwicklungsplans (NEP) der Übertragungsnetzbetreiber durch die Bundesnetzagentur ist kontraproduktiv für die Energiewende und für den Klimaschutz“, sagt Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat eine Reihe von Netzprojekten zusammengestrichen. „Ein schlechtes Signal“, kritisiert Peter, „zumal die BNetzA nur einen Tag davor angekündigt hat, in einigen Bundesländern den Ausbaudeckel für die Windenergie mit der Begründung zu verschärfen, es stünden nicht genug Netze zur Verfügung.“

Beide Entscheidungen zusammen zeigten, wie unstrukturiert die Bundesregierung die Energiewende fortsetzt und damit künstlich verlangsamt. Eigentlich hätte die Bundesnetzagentur den NEP dahingehend überprüfen sollen, inwiefern der künftige zusätzliche Strombedarf durch Elektromobilität, Wärmepumpen und Power-to-X abgebildet wird und inwiefern Effizienzannahmen realistisch getroffen werden. Diese Herausforderungen müssten zudem im Szenariorahmen noch berücksichtigt werden, denn die Szenarien gehen von einer Stagnation des Stromverbrauchs bis 2030 aus, so als ob es keine Sektorenkopplung und keinen Klimaschutzplan für alle Sektoren gäbe.

Zu niedrige Stromverbrauchsannahmen führten zu Netzfehlplanungen und würden damit dem erforderlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht gerecht. So sträube sich die Bundesnetzagentur weiterhin dagegen, dass Erzeugungsspitzen möglichst regional verbraucht werden, was weitere Flexibilitäten schaffen würde. Besonders unverständlich sei, dass die Bundesnetzagentur die dringend benötigten Netzbooster nicht bewilligen will. Diese würden es ermöglichen, deutlich mehr Kapazitäten im Bestandsnetz und den geplanten Gleichstromnetzen zu schaffen.

„Einerseits die Kapazität der künftigen Netze zu reduzieren und andererseits den Erneuerbaren-Ausbau mit Verweis auf zu geringe Netzkapazitäten zu deckeln, passt hinten und vorne nicht zusammen. Fehlplanungen bei den Netzen bremsen die Energiewende unnötig aus und gefährden künftige Klimaziele.“

Quelle: BEE e.V., 7.8.2019
www.bee-ev.de

vgl. Neuzuschnitt des Netzausbaugebietes lenkt von notwendiger Debatte um beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien ab

vgl. BWE lehnt großflächiges Netzausbaugebiet ab

s. Gemeinsame Pressemitteilung BSW-Solar und BWE: Solar- & Windenergie: Miteinander statt Gegeneinander erforderlich

vgl. Bundesnetzagentur erlässt Verordnung zum Netzausbaugebiet

s. Energiewende in Niedersachsen: Wie weiter nach der Wahl?

s. Jetzt die CO2-Bepreisung auf den Weg bringen – für Klimaschutz und zukunftsfähige Investitionen

vgl. Neuer Rekordmonat: Windenergie trägt die Energieerzeugung im März und sorgt so für starke CO2-Einsparungen

vgl. Erneuerbare Energien reduzierten CO2-Emissionen des EU-Stromsektors im Jahr 2018 um 5 Prozent und verdrängten Kohle

vgl. Verweigerung bei CO2-Bepreisung schadet dem Klima und den Menschen – Intelligente Ideen voranbringen statt blockieren