Schlagwort: Energieversorgung

Anteil der Erneuerbaren Energien 2020: BEE-Vorhersage von 2009 bestätigt

Erneuerbare Energien sind günstige Klimaschützer, mit denen die fortschreitende Erderwärmung begrenzt werden kann, die Versorgung dauerhaft gesichert wird und positive Wertschöpfungseffekte auf allen Ebenen generiert werden können

BEE-Rückblick 2020 – Das Jahr der mutlosen Energiepolitik

„Mit dem Beschluss der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) klang das Jahr der energiepolitischen Mutlosigkeit aus. Für keinen Sektor wurden Weichen gestellt, die die Einhaltung der Klimaziele garantieren. Auch wenn manches Gesetz auf den Weg gebracht wurde, so blieben das EEG für den Stromsektor, das Gebäudeenergie- und das Brennstoffemissionshandelsgesetz für den Wärmesektor oder das Treibhausgasminderungsgesetz für den Verkehrssektor weit unter ihren Möglichkeiten.

Parlament muss Beratungen zum EEG zur umfassenden Nachbesserung nutzen – Erneuerbare sind der Schlüssel für Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften

Erneuerbare sind der Schlüssel für Klimaschutz und nachhaltiges Wirtschaften,

BEE übt scharfe Kritik an Verspätung der EEG-Novelle

Mit der Verspätung der EEG-Novelle würden nicht nur die Klimaziele gefährdet, auch die Wirtschaftskraft der Erneuerbaren Energien werde vernachlässigt.

Kostengünstige Wege zum klimaneutralen Energiesystem

Für eine möglichst kostengünstige Energiewende sollten ab sofort bis 2035 vor allem neue Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen gebaut und zugleich die Energieeffizienz in allen Verbrauchssektoren bis 2035 massiv gesteigert werden

Erneuerbare sichern zunehmend die Energieversorgung

vorläufige Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik zeigen Rekordwerte bei der Einspeisung Erneuerbaren Stroms im ersten Halbjahr 2019

Rostock Wind 2019: Bundespolitik muss Energiewende wieder auf Kurs bringen

Im ersten Halbjahr 2019 produzierten die deutschen Windenergieanlagen ca. 67,2 TWh und lagen um 10,8 TWh über der Produktion im ersten Halbjahr 2018. Die Windenergie habe sich inzwischen zur stärksten Energiequelle entwickelt

Frau Bundeskanzlerin, überraschen Sie uns damit, was möglich ist!

Als Schicksalsfrage bezeichnet Angela Merkel den Klimawandel in ihrer Neujahrsansprache – und lässt dazu Aufnahmen der Erde aus dem All einblenden. Ein Anzeichen, dass die Kanzlerin ihre Klimapolitik beherzter angehen wird? Wahrscheinlich nicht – zu oft hat Merkel schon vom Klima geredet und nichts getan.

EEG zeigt Wirkung

Zum zweiten Mal in Folge ist die EEG-Umlage in diesem Jahr gesunken und erstmals war im August 2018 der erzielte Marktwert einer Photovoltaik-Anlage so hoch, dass diese keine Förderung in Anspruch nehmen musste. Dies zeigt, dass die Erneuerbaren Energien immer stärker am Markt bestehen können. Eine CO2-Bepreisung würde diesen Trend beschleunigen und hätte auch Rückendeckung aus der Bevölkerung in Deutschland.

EEG-Umlage sinkt 2019 – Abgaben und Umlagen systemisch reformieren

Die EEG-Umlage für das Jahr 2019 liegt nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber bei 6,405 Cent pro Kilowattstunde. „Erneuerbare Energien werden immer günstiger. Zudem beginnt der CO2-Preis im Europäischen Emissionshandel seit diesem Jahr erstmalig Wirkung zu entfalten. Neben gestiegenen Kosten für fossile Energieträger trägt dies zur Verbesserung der Marktposition für Erneuerbare Energie bei“, kommentiert Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) die Bekanntgabe. Der BEE hatte bereits am vergangenen Donnerstag ebenfalls eine sinkende EEG-Umlage für 2019 prognostiziert.

FAHRPLAN FÜR DIE ZUKUNFT

Energieszenario zeigt: Die Energiewende ist möglich, mit Kohleausstieg bis 2030
Während die Kohlekommission darum ringt, wann welches Kraftwerk vom Netz geht, rechnet Greenpeace vor: So geht die Energiewende; auch ohne Kohle hat Deutschland immer genug Strom.
Es ist keine einfache Aufgabe, die Treibhausgasemissionen so zu senken, dass die Erderwärmung auf 1,5 Grad gehalten werden kann. Doch der Dürresommer 2018 zeigt: Es gibt keine Alternative. Jedes Land muss dazu seinen Beitrag leisten. Auch für Deutschland ist diese Vorgabe nicht leicht zu erreichen. Aber sie ist machbar: Deutschland kann seine Klimaziele für 2020 und 2030 schaffen. Wie genau, und welche Kohlekraftwerke dazu wann gedrosselt, welche Anlagen abgeschaltet werden müssen, und wie der Ausbau von Energie aus Sonne und Wind gestaltet werden muss, hat jetzt das Fraunhofer-Institut im Auftrag von Greenpeace errechnet.

OVG Münster: Hambacher Forst darf vorläufig nicht gerodet werden

Hambacher Forst darf vorläufig nicht gerodet werden
Das Oberverwaltungsgericht hat mit Eilbeschluss vom heutigen Tag entschieden, dass die RWE Power AG den Hambacher Forst nicht roden darf, bis über die Klage des BUND NRW gegen den Hauptbetriebsplan 2018 bis 2020 für den Braunkohletagebau Hambach entschieden ist. Im Übrigen darf die RWE Power AG im Tagebau Hambach weiter Braunkohle fördern, solange sie nicht die bewaldeten Flächen des Hambacher Forsts in Anspruch nimmt.

Die Bezirksregierung Arnsberg hatte als zuständige Bergbehörde die sofortige Vollziehung des für den Zeitraum vom 1. April 2018 bis zum 31. Dezember 2020 geltenden Hauptbetriebsplans angeordnet. Die RWE Power AG hätte deshalb den Hambacher Forst weiter roden dürfen. Um dies zu verhindern, beantragte der BUND NRW, der gegen den Hauptbetriebsplan Klage erhoben hat, die Gewährung von Eilrechtsschutz. Dies lehnte das Verwaltungsgericht Köln mit Beschluss vom 31. Juli 2018 ab. Auf die Beschwerde des BUND NRW hat das Oberverwaltungsgericht nun die aufschiebende Wirkung der beim Verwaltungsgericht Köln anhängigen Klage wiederhergestellt, soweit der Hauptbetriebsplan in seinem südöstlichen bzw.südlichen Geltungsbereich Abgrabungen und die Anlegung einer ersten Sohle unter Inanspruchnahme des Hambacher Forsts zulässt.

Eu-Kompromiss: Zu niedrige Ambition beim Ziel, aber Stärkung der Bürgerenergie

„Die Einigung beim Trilog ist ein hart errungener Kompromiss, allerdings bleibt er hinter den Anforderungen an die Klimaschutzziele zurück“, sagt Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Bis 2030 sollen nun 32 Prozent statt bisher 27 Prozent des Energieverbrauchs durch saubere Erneuerbare Energien abgedeckt werden; das Europäische Parlament und einige EU-Länder wollten 35 Prozent. „Würde die Europäische Union dieses zu geringe Ambitionsniveau beibehalten, wäre die Energieversorgung erst im Jahr 2086 dekarbonisiert“, kritisiert Peter. Es ist mehr als bedauerlich, dass durch die Verzagtheit einiger Mitgliedsstaaten – darunter leider auch durch die bremsende Rolle Deutschlands – eine Anpassung der EU-Ziele an die des Pariser Klimaschutzabkommens verhindert wird. Immerhin ist eine Überprüfung des Ziels mit der Tendenz zur Erhöhung im Jahr 2023 vorgesehen.

Energiewende hautnah: Tage der Erneuerbaren Energien in NRW

Für rund 400 Nachwuchs-Klimaschützer hieß es bei den Tagen der Erneuerbaren Energien: raus aus dem Unterricht und rein in die Welt der Energiewende. Vom 19. bis zum 27. April waren NRW’s Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen, an verschiedenen Energiewende-Projekten im ganzen Land teilzunehmen. Über ein Dutzend Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche in NRW zeigten Kindern und Jugendlichen vor Ort und in Schulen, wie Energie mit Hilfe von Sonne, Wind, Wasser und Biomasse gewonnen wird. Die Aktionstage, organisiert vom LEE NRW, finden rund um den Jahrestag des Reaktorunfalls in Tschernobyl vom 26. April 1986 statt. Sie sollen deutlich machen, wie wichtig und drängend der konsequente Umstieg auf eine sichere und klimaschonende Energieversorgung ist.

Für Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW, ist die Sensibilisierung von jungen Menschen ein wichtiges Anliegen: „Klimaschutz passiert nicht von allein – und schon gar nicht von heute auf morgen. Alle müssen sich aktiv daran beteiligen. Die Tage der Erneuerbaren Energien helfen, diese Denkweise schon bei den Jüngsten zu verankern. Nur wenn sie mit der Selbstverständlichkeit aufwachsen, dass Klimaschutz ein Muss ist, kann die Energiewende ein Erfolg werden.“

Landesregierung hält am Ausbremsen der Windenergie fest

Mit dem heute veröffentlichten Entwurf der NRW-Landesregierung zur Änderung des Landesentwicklungsplans (LEP) sind erhebliche Verschlechterungen für die Windenergie verbunden. Der LEE NRW warnt erneut vor Rückschritten und kritisiert, dass die geplanten Einschränkungen im eklatanten Widerspruch zu den Zielen der Bundesregierung stehen. „Statt fördernde und unterstützende Rahmenbedingungen zu schaffen, stellt die Landesregierung neue Hürden auf und stiftet Verunsicherung. Die von Ministerpräsident Armin Laschet maßgeblich mitverhandelten Energiewende-Ziele im Koalitionsvertrag der Bundesregierung werden damit konterkariert“, kritisiert Dipl.-Ing. Reiner Priggen, Vorsitzender des LEE NRW.

Simone Peter wird neue BEE-Präsidentin

Die promovierte Biologin Dr. Simone Peter ist von der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) einstimmig zur neuen Präsidentin gewählt worden. Peter folgt damit ab dem 1. März 2018 auf Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, der seit Oktober 2013 Präsident des Dachverbands der Erneuerbare Energien-Branche war und sein Amt aus persönlichen Gründen abgibt.

Die 52-jährige Saarländerin war von 2013 bis 2018 Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen. Von 2012 bis 2013 gehörte sie dem Landtag des Saarlandes an. Als Ministerin für Umwelt, Energie und Verkehr war sie von 2009 bis 2012 mit der Umsetzung der Energiewende im Stahl- und Kohleland Saarland betraut. 

Energieversorgung in der Landwirtschaft

Solarspeicher und Elektromobilität sichern die Wirtschaftlichkeit – Technologien für die eigene Stromnutzung im Fokus der Fachmesse EnergyDecentral 2018

Sonnenstrahlen sorgen für Einnahmen – zumindest bei Landwirten, die erfolgreich auf erneuerbare Energien setzen. Doch mit der jüngsten EEG-Novelle stellt die Bundesregierung Betriebe, die sich ein zweites Standbein aufbauen wollen, vor neue Herausforderungen: Garantierte Einspeisetarife gibt es nur noch für Solarstrom aus kleinen Photovoltaikanlagen, größere scheiden aus dem Fördersystem aus. Der Paradigmenwechsel wirft viele Fragen auf. Antworten liefert die EnergyDecentral – die Internationale Fachmesse für innovative Energieversorgung, die zusammen mit der EuroTier vom 13. bis zum 16. November 2018 in Hannover stattfindet. Im Mittelpunkt stehen dabei Technologien, mit denen sich der eigene Strom nutzen lässt.

Emnid-Umfrage: Mehrheit der Bürger in NRW für beschleunigte Energiewende

Fast zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen wünschen sich einer aktuellen Emnid-Umfrage zufolge von der künftigen Landesregierung einen eher stärkeren (35 Prozent) oder sogar deutlich stärkeren Einsatz (28 Prozent) für den Ausbau Erneuerbarer Energien im Land als bisher.

Für rund ein Viertel der Befragten (24 Prozent) sollte der Einsatz mindestens auf dem gleichen Niveau verbleiben wie in der ablaufenden Legislaturperiode. Dazu passt auch die Einschätzung der Befragten zu möglichen Vor- oder Nachteilen der Energiewende für den Standort Nordrhein-Westfalen: 64 Prozent sehen hier „klar“ oder „eher“ die Vorteile der Energiewende für das Bundesland. Das zeigt, dass für die deutliche Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger die positiven Argumente der Energiewende überwiegen: wie beispielsweise ihr wesentlicher Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, eine sinkende Importabhängigkeit, eine erhöhte Wertschöpfung vor Ort und die Schaffung neuer, zukunftsfester Jobs. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen, NRW-weiten Umfrage des Instituts Emnid im Auftrag des LEE NRW zu den Themen Energiewende, Klimaschutz und Erneuerbare Energien.

Vom Stromeinspeisegesetz zur Energiewende – ein Rückblick

In Kooperation mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) erinnerte die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mit einer Veranstaltung am 22. September 2016 in Berlin an das Inkrafttreten des Stromeinspeisungsgesetzes vor 25 Jahren am 1. Januar 1991. Es ist damit das erste Ökostromeinspeisungsgesetz der Welt und diente vielen Ländern als Vorbild. Im Jahre 2000 wurde es durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgelöst.

Nach der Begrüßung durch Otto Bernhardt, Vorstandsmitglied der KAS und Vorsitzender der Hermann-Ehlers-Stiftung, und Fritz Brickwedde, Präsident des BEE, wurde ein Grußwort von Bundesminister a.D. Prof. Klaus Töpfer eingespielt. Töpfer erinnerte an die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren Energien, die vor 25 Jahren gar nicht abzusehen gewesen sei. Heute trügen regenerative Energien in vielen Teilen der Welt zur Deckung der Energieversorgung bei. Angesichts von Umweltschäden und Klimaerwärmung dürfe man jetzt aber nicht stehen bleiben, sondern müsse den eingeschlagenen Weg mutig weitergehen.

Wir halten die Energiewende auf Kurs

„Wind an Land steht im Mittelpunkt der künftigen Energieversorgung. Es kommt darauf an, dies deutlich zu machen und gleichzeitig zu unterstreichen, wie wichtig in der dezentralen Energiewelt die aktive Einbindung der Menschen ist. Der Gesetzgeber stellt uns mit dem EEG 2017 vor große Herausforderungen, die wir als Branche annehmen und damit die Energiewende auf Kurs halten“, so Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie, anlässlich der EEG-Konferenz des Verbandes am Donnerstag in Berlin.

Er rief die Branche auf, selbst Antworten für Power to-X-Lösungen zu liefern, sich stärker bei Speicherkonzepten zu engagieren und Ideen für die optimierte Netznutzung sowie den Netzausbau zu propagieren. Die neuen Möglichkeiten zur Verwendung von abgeregeltem Windstrom sollten schnell genutzt werden, um so einen ersten starken Impuls zur Sektorenkopplung zu geben. Diese werde den Bedarf nach preiswertem Windstrom weiter steigen lassen, weshalb ein verlässlich hoher Ausbaupfad erforderlich sei. „Wir appellieren an die Länder, bei der Energiewende vor Ort auch Kurs zu halten. Es kommt darauf an, Flächenpotenziale zu sichern und neue Optionen für das Repowering zu schaffen. Bereits für die Windenergie genutzte Flächen müssen weiter zur Verfügung stehen“, so Hermann Albers.

Statement zur Einigung mit der EU-Kommission zum Energiepaket

„Der Bundesverband Erneuerbare Energie begrüßt, dass nach der Einigung zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission für die Energiebranche insgesamt Planungssicherheit besteht”, so BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk in einem Statement zur Einigung der Bundesregierung mit der EU-Kommission zum Energiepaket. “Nach schwierigen Gesetzgebungsverfahren und Verhandlungen zwischen Bundesregierung und EU-Kommission ist das Umfeld für die gesamte Energiebranche abgesteckt; zu den laufenden Verfahren hatte der BEE im Detail und differenziert kommuniziert. So zementiert die Eingiung nun auch Punkte, die einer sauberen und zukunftsorientierten Energieversorgung im Wege stehen. Dazu zählt vor allem der Umgang mit Braunkohlekraftwerksstrom. Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum der Einsatz von Strom aus Braunkohlekraftwerken beim Braunkohletagebau weiterhin von der EEG-Umlage ausgenommen bleibt und damit die EEG-Umlage erhöht. Strom aus Erneuerbare Energie-Anlagen, die größer als 10 kW installierter Leistung sind, wird hingegen mit einem Teil der EEG-Umlage belastet.

Unsere Rechtsansicht, dass das EEG keine Beihilfe ist, wird durch die Entscheidung der Bundesregierung, vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) gegen die Einstufung als Beihilfe in 2. Instanz zu klagen, unterstützt. Die EU-Vorgabe, technologieindifferente Ausschreibungen einzuführen, sieht der BEE sehr kritisch. Diese Vorgaben laufen einem systemisch sinnvollen Ansatz zuwider.

30 Jahre nach Tschernobyl: EEG-Novelle entscheidet über Gelingen der Energiewende

Windenergiebranche hat sich zu einer tragenden Säule der Energieversorgung entwickelt

Die Katastrophe von Tschernobyl war das zentrale Ereignis, das die Diskussion um erneuerbare und sichere Energieversorgung ins Rollen gebracht hat. Während die Folgen dieses Unglücks uns noch heute beschäftigen, hat die Windenergiebranche eindrucksvoll gezeigt, dass Strom kostengünstig, grundlastfähig und nachhaltig produziert werden kann. Dabei steht Offshore-Windenergie nun vor entscheidenden Kostensenkungspotenzialen; die WAB fordert die Bundesregierung dazu auf, mit der Novelle des Erneuerbare Energie Gesetzes (EEG) einen ausreichend großen Ausbaukorridor zu schaffen, der eine gesunde Marktentwicklung zulässt.

1986: spielende Kinder werden ins Haus gerufen, dezimeterweise Erde wird in Gärten abgetragen, Milch wird nur noch in Pulverform getrunken, es weht starker Ostwind. Dies hat sich tief in die Erinnerungen der Generationen ab 30 Jahren eingegraben. Bis heute gelten Pilze und Wildprodukte aus Osteuropa als potenziell radioaktiv belastet. Tschernobyl hat die Anti-Atombewegung stark befeuert, aber erst 1991 mit dem Stromeinspeisungsgesetz (StromEinspG), das die Abnahmepflicht und die Vergütung von regenerativ erzeugtem Strom regelte, entstand für die Windenergiebranche ein Markt.

Deutschland verfehlt Klimaschutzziele – BEE fordert Anhebung des EE-Deckels

Die Studienergebnisse des renommierten Energie-Experten Dr. Joachim Nitsch sind eindeutig: Die Bemühungen der Bundesregierung beim Klimaschutz werden den jüngsten Beschlüssen des Klimaschutzgipfels von Paris bei weitem nicht gerecht.

Die Studienergebnisse des renommierten Energie-Experten Dr. Joachim Nitsch sind eindeutig: Die Bemühungen der Bundesregierung beim Klimaschutz werden den jüngsten Beschlüssen des Klimaschutzgipfels von Paris bei weitem nicht gerecht.

Wenn es weitergeht wie bisher, dann

– kann Deutschland seine Treibhausgasemissionen bis 2020 nur um 32% gegenüber 1990 mindern und wird damit sein Reduktionsziel von 40% deutlich verfehlen;

– wird Deutschland bis 2050 nur eine Treibhausgasminderung von 58% statt der erforderlichen 95% erreichen.

Für die Umsetzung der COP21-Beschlüsse von Paris wäre jedoch bis 2025 ein Anteil Erneuerbarer Energien von mindestens 60% am Bruttostromverbrauch erforderlich.

Klimaschutzplan NRW: Ausbau Erneuerbarer Energien zentrale Säule für Erreichen der Klimaschutzziele in Nordrhein-Westfalen

LEE NRW fordert Landesregierung auf, gerade auch nach dem Klimagipfel in Paris die Verantwortung für den Klimaschutz ernst zu nehmen – Ausbau Erneuerbarer Energien kommt in Nordrhein-Westfalen nicht schnell genug voran und droht durch neues EEG weiter ausgebremst zu werden

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) hat die heutige Verabschiedung des NRW-Klimaschutzplans grundsätzlich begrüßt. Zugleich forderte der LEE NRW die Landesregierung auf, nach der extrem langwierigen Erarbeitungsphase des Klimaschutzplans nun endlich zeitnah mit der Umsetzung der neu festgelegten Maßnahmen zu beginnen. „Pläne sind das eine, ihre Umsetzung das andere. Dabei ist klar, dass NRW nur mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität seine Klimaschutzziele erreichen kann“, sagte Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW.

COP21 umsetzen: Ausbauziele für Erneuerbare Energien erhöhen

„Mit dem Klimavertrag von Paris wurde die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft endgültig besiegelt”, kommentiert Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), den gestern beschlossenen Abschlusspapier der UN-Klimakonferenz von Paris. “Die Weltstaatengemeinschaft sendet ein starkes Signal auch an Deutschland, die Energiewirtschaft beschleunigt umzubauen, weg von Kohle und Öl. In der Konsequenz sollten die Bundesregierung und die EU die nationalen und europäischen Ausbauziele für Erneuerbare Energien jetzt anheben, um unsere Energieversorgung rasch auf die saubere Basis von 100 Prozent Erneuerbare Energien zu stellen.

Ausschreibungsvolumen anheben und Durchdringung der Sektoren Strom, Mobilität, Wärme erleichtern

„Wir sehen Ausschreibungen nach wie vor als ungeeignet an, um die Energiewende voranzubringen und die Klimaschutzziele Deutschlands zu erreichen. Trotzdem hat sich die Branche der Debatte gestellt und arbeitet an den gesetzlichen Regelungen mit. Ziel ist es, den vom Bund gewollten Systemwechsel hin zu Ausschreibungen derart zu gestalten, dass Bürgerenergieprojekte und Mittelstand auch künftig die Energiewende mitgestalten können.

Die jetzt vom Bundeswirtschaftsministerium vorgelegten neuen Eckpunkte sind ein Hoffnungsschimmer. Wichtige Anregungen der Branche sind aufgenommen und sollen offenbar berücksichtigt werden. Dazu zählen die Voraussetzung zur Teilnahme an Ausschreibungen, die Höhe der zu hinterlegenden Sicherheit oder das künftig einstufige Referenzertragsmodell. An drei zentralen Punkten besteht allerdings weiter erheblicher Diskussionsbedarf“, so Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie.

Verbindliche Vereinbarungen zum Klimaschutz wichtiger denn je – Demonstration in Berlin wird sichtbares Signal der Zivilgesellschaft senden

„Mit dem Klimamarsch am 29. November 2015 in Berlin wird die Zivilgesellschaft ein sichtbares Signal zum Weltklimagipfel (COP21) nach Paris senden: Verbindliche Vereinbarungen zum Klimaschutz sind notwendiger denn je. Wir brauchen eine massive Reduzierung des Einsatzes fossiler Energieträger und eine nachvollziehbare und regelmäßig überprüfbare Reduktion der klimaschädlichen CO2-Emmissionen“, machte Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie (BWE) deutlich.

Der BWE ruft im Schulterschluss mit Umweltverbänden zur Teilnahme an der Demonstration auf und wird mit einem eigenen Wagen auf der Demonstration vertreten sein.

Die deutsche Bevölkerung will mehr Erneuerbare Energien: Repräsentative Akzeptanzumfrage zeigt hohe Zustimmung für weiteren Ausbau

Die Energiewende findet in der deutschen Bevölkerung weiterhin sehr hohe Zustimmung. Laut einer repräsentativen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) halten 93 Prozent der Befragten den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien für wichtig bis außerordentlich wichtig. „Die Ergebnisse zeigen: Die Bevölkerung in Deutschland befürwortet einen weiteren entschlossenen Ausbau der Erneuerbaren. Die Politik sollte diese starke Unterstützung nutzen, um den Umbau der Energieversorgung weiter mutig voranzubringen“, erklärt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer.

Für 68 Prozent der Bevölkerung ist auch der Bau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen am eigenen Wohnort laut den Ergebnissen der Umfrage eine gute Sache. Weiteres zentrales Ergebnis: Sind die Menschen mit Erneuerbaren-Anlagen vertraut, steigt die Zustimmung zu Solar-, Windenergie- und Biomasseanlagen sogar noch an. So erklären 59 Prozent der Umfrageteilnehmer, ein Windrad in der Nachbarschaft fänden sie gut oder sehr gut. Haben die Befragten jedoch bereits Windenergieanlagen in ihrem Wohnumfeld, so klettert die Zustimmung auf 72 Prozent.

Neue Prokon-Genossenschaft ist ein Meilenstein der Bürgerenergiewende. Bündnis Bürgerenergie begrüßt den Beschluss zur Überführung von Prokon in eine Genossenschaft.

Die Inhaber der Genussrechte von Prokon haben sich auf der heutigen Gläubigerversammlung für eine Überführung des insolventen Unternehmens in eine Genossenschaft entschieden. Sie setzen damit ein klares Zeichen für eine Energiewende in Bürgerhand. Mehr als 35.000 Genussrechtsinhaber, die 800 Mio. Euro Genussrechtskapital vertreten, haben sich für diesen Weg im Vorfeld der Gläubigerversammlung entschieden, damit wurde die Hürde von 640 Mio. Euro klar genommen. Prokon wird nun ab Ende des Jahres als größte Bürgerenergiegenossenschaft Deutschlands weitergeführt.

Energie-Experten springen Gabriel bei

Vor dem Wochenende der Anti- und Pro-Kohle-Demonstrationen erhält Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Unterstützung aus der Wissenschaft. In einer offenen Erklärung befürworten Ökonomen und Energiewissenschaftler die Pläne des Ministers zu einer Klimaschutzabgabe des Stromsektors. Gabriel müsse den Vorschlag trotz der Kritik von Energiekonzernen und Gewerkschaften in die Tat umsetzen. Mit der Klimaabgabe werde, betonen die Experten, das absolute Mindestmaß an Einsparungen in Angriff genommen, um das deutsche Klimaziel für 2020 nicht zu gefährden. Der Klimabeitrag könne die nötigen CO2-Einsparungen zudem effizient erreichen, indem kein Kraftwerksbetreiber zum Abschalten gezwungen werde.

Steinmeier und Gabriel eröffnen internationale Energiewendekonferenz in Berlin

Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel werden heute (26.3.) im Auswärtigen Amt den ersten „Berlin Energy Transition Dialogue“ eröffnen. Die Konferenz bringt erstmalig in Berlin Vertreter aus über 60 Staaten zusammen, Außen- und Energieminister und hochrangige Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Ziel des internationalen Energiewendedialoges ist es, die deutsche Energiewende vorzustellen sowie Erfahrungen und nächste Schritte mit internationalen Partnern zu diskutieren. Bei diesem Austausch sollen – auch mit Blick auf die Weltklimakonferenz COP21 in Paris – Anregungen für künftige politische Weichenstellungen weltweit entwickelt werden.

Dazu erklärte Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier heute in Berlin:
„Deutschland ist ein globaler Vorreiter für Energiesysteme der Zukunft. Wir zeigen, dass Klimaschutz, Energieversorgungssicherheit und wirtschaftliches Wachstum zusammen passen und einander nicht ausschließen. Die Bundesregierung unterstützt deutsche Firmen im Energiebereich, Märkte im Ausland für innovative, effiziente und klimaschonende Produkte zu erschließen. Gemeinsam mit unseren Partnern aus aller Welt wollen wir Wege zu einer nachhaltigen, sicheren und kostengünstigen Energieversorgung entwickeln.“

Zur Energiewendekonferenz erklärte der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, heute in Berlin:
„Die Energiewende in Deutschland, basierend auf den zwei zentralen Säulen erneuerbare Energien und Energieeffizienz, ist eines der zentralen Zukunftsprojekte Deutschlands. Hiermit wollen wir die Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten verringern und zugleich unsere Klimaschutzziele erreichen. Und schließlich entwickeln wir mit der Energiewende neue Technologien, mit denen wir auch auf den Weltmärkten erfolgreich sind. Damit unser Weg gelingt, brauchen wir für eine erfolgreiche Energiewende eine enge Abstimmungen mit unseren europäischen und internationalen Partnern. Hierfür bildet der erste ‚Berlin Energy Transition Dialogue‘ eine sehr gute Plattform.“

Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident des BEE, dazu heute in Berlin:
„Erneuerbare Energien sind gleichermaßen ein Gewinn für Wirtschaft und Klimaschutz. Denn nur Erneuerbare Energien sind in der Lage, unsere Energieversorgung auf eine CO2-freie Basis zu stellen, dabei Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Wertschöpfung vor Ort zu stärken. Dazu kommt: Eine bürgernahe Energiewende ist ein Innovationsmotor für Industrie und Mittelstand. Das hat Deutschland modellhaft bewiesen.“

EU-Energy Union als Schlüssel zur Versorgungssicherheit

“Es ist gut, dass mit der Energy Union für Europa ein stabiler und verlässlicher Rahmen für krisenfeste Energieversorgungssicherheit geschaffen werden soll“, sagt BEE-Vorstandsmitglied und Sprecher der Arbeitsgruppe Europa, Rainer Hinrichs-Rahlwes, betont aber: „Dies kann nur dann gelingen, wenn die Nutzung heimischer Erneuerbarer Energien als Kern der Lösung verstanden wird“. Der BEE hat heute ein Positionspapier an die EU-Kommission übersandt und auf aus seiner Sicht notwendige Prioritäten verwiesen. Das Strategiepapier der EU-Kommission zur Ausgestaltung der geplanten Energy Union wird in den nächsten Wochen erwartet.

Die Energy Union war von Donald Tusk, dem Präsidenten des Europäischen Rates, im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise ins Gespräch gebracht worden. Nach Auffassung des BEE muss sie allerdings „deutlich mehr sein als die von Tusk angestrebte Einkaufsgemeinschaft der Europäer für fossile Rohstoffe“. Vielmehr gelte es, „die Wurzeln des Problems anzupacken, die Kostenrisiken und Lieferunterbrechungen, die sich aus der wachsenden Abhängigkeit der EU von fossilen Rohstoffimporten ergeben. Dies geht nur durch zügigen Umstieg auf Erneuerbare Energien und Energie-Effizienz“, sagt Hinrichs-Rahlwes, „andere Lösungen sind entweder noch nicht verfügbar, zu klimaschädlich, zu teuer, zu risikoreich oder alles zusammen“.

Erneuerbare Energien sind wichtige Säule des weltweiten Klimaschutzes

Da die internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz schleppend verlaufen, lädt UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Staats- und Regierungschefs am 23. September in New York zu einem Klimagipfel der Vereinten Nationen ein. Anlässlich des Treffens im Vorfeld der Klimakonferenz (COP20) verweist Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, auf das Verhältnis von Erneuerbaren Energien und Klimaschutz: „Beim Kampf gegen die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung spielt die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen eine entscheidende Rolle.“ Das Beispiel Deutschland zeigt, wie nachhaltig Erneuerbare das Klima schützen: Die Substitution von fossilen Energieträgern durch Energie aus Sonne, Wind, Geothermie, Wasser und Biomasse hat 2013 rund 148 Millionen Tonnen Treibhausgase (CO2-Äquivalente) vermieden.

In dem Mitte September 2014 im Auftrag des UN-Generalsekretärs veröffentlichten Bericht „Better Growth, Better Climate: The New Climate Economy Report“ macht eine Expertenkommission deutlich, dass der rapide Preisverfall bei Wind- und Solarenergie Erneuerbare Energien auch gegenüber Energie aus Kohle konkurrenzfähig mache. So könnte schon in den nächsten 15 Jahren mehr als die Hälfte der weltweiten Stromerzeugung aus regenerativen Quellen stammen. Aufgrund des technologischen Fortschritts könnten Regierungen und Unternehmen gleichzeitig Wirtschaftswachstum, Klimaschutz und Energieeinsparungen verwirklichen. Investitionen in emissionsarme Technologien brächten nachhaltiges Wachstum und schützten vor negativen Auswirkungen der Erderwärmung, so die Autoren des Berichtes.

Erneuerbare Energien vermeiden Emissionen in Deutschland

Welchen positiven Effekt Erneuerbare Energien haben, zeigt das Beispiel Deutschland. Sonne, Wind & Co. hatten 2013 hierzulande einen Anteil von 12,3 Prozent an der Energieversorgung. Ihr Einsatz spart die Verbrennung fossiler, klimaschädlicher Energieträger ein und reduziert so den Ausstoß von Treibhausgasen. Im Stromsektor sparten Erneuerbare Energien 2013 knapp 108 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ein, wovon rund 86 Millionen Tonnen auf die Strommenge mit EEG-Vergütung zurückzuführen sind. Durch die Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von weiteren

Mit EEG-Beschluss betreiben Regierungsfraktionen Klientelpolitik für große Energieversorger – trotz aller Blockadeversuche: Regenerative Branche in NRW wird weiter mit vollem Einsatz für dezentrale Energiewende arbeiten!

+++ Verband sieht insbesondere in geplanten Ausschreibungen und EEG-Umlage auf Eigenstromerzeugung Gefährdung für die bürger- und mittelstandsgetragene Energiewende +++ Stichtagsregel verletzt weiterhin den Vertrauensschutz +++ Mit den Pluspunkten Innovationskraft, Akteursvielfalt, Flexibilität und Zukunftsorientierung wird Branche trotz erkennbar fehlenden politischen Rückhalts in Berlin den dezentralen Ausbau Erneuerbarer Energien weiterhin gestalten +++

Düsseldorf, 27. Juni 2014: Nach der heutigen Debatte im Bundestag zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) besteht laut dem Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) NRW e.V. die große Gefahr, dass sich die Akteursstruktur der Energiewende zukünftig verändert und damit zugleich der Umbau der Energieversorgung stark an Dynamik verliert. „Die beschlossenen Maßnahmen, insbesondere zur Umlage auf Eigenstrom aus Erneuerbaren Energien sowie die vorgesehenen Ausschreibungen ab 2017, begünstigen mit den großen Energieversorgern ausgerechnet die bisherigen Statisten der Energiewende, während die aktuellen Hauptdarsteller – allen voran Bürgerinnen und Bürger, mittelständische Unternehmen und Landwirte – scheinbar von der Bühne verdrängt werden sollen. Energiepolitik in Zeiten der Großen Koalition heißt hier offenbar Politik für große Konzerne!“, so Jan Dobertin, Geschäftsführer des LEE NRW.

So zeigten internationale Erfahrungen, dass Ausschreibungen zu Marktverzerrungen zugunsten großer Unternehmen – die bereits eine bedeutende Marktstellung erreicht haben – führen können, ohne die Kosten sinken zu lassen. Auch die Belastung des selbst erzeugten Grünstroms mit 40 Prozent der EEG-Umlage ab 2017 (nach 30 Prozent im Jahr 2015 bzw. 35 Prozent im Jahr 2016) sei ein Frontalangriff auf die Bürgerenergiewende und mittelständische Unternehmen: „Die geplante Regelung ist völlig absurd, weil die Bürgerinnen und Bürger und der Mittelstand für ihren Beitrag zum Umbau der Energieversorgung und zum Klimaschutz bestraft werden“, so Dobertin. Sei der solare Eigenverbrauch vor kurzem noch mit einer Prämie gefördert worden, solle er jetzt, wo es an der Zeit sei die Früchte der Technologieentwicklung zu ernten, mit einer Umlagebelastung ausgebremst werden.

BEE fordert EU-Strategie für nachhaltige Energieversorgung

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) fordert die Europäische Kommission in einem neuen Positionspapier auf, eine Strategie für eine nachhaltige Energieversorgung zu entwickeln. In dem englischsprachigen Papier „EU Energy Security Strategy – Tackling the causes, not just the symptoms“ spricht sich der BEE dafür aus, möglichst bald den Weg zu einem versorgungssicheren Energiesystem zu beschreiben, das die heimischen Erneuerbaren Energien in den Mittelpunkt stellt.

Das Positionspapier steht auf der BEE-Homepage zum Download bereit und wurde an Abgeordnete des Europaparlaments sowie EU-Kommission, Europäischen Rat und Bundeswirtschaftsministerium verschickt. Mit dem Papier schafft der BEE einen Gegenentwurf zur Ende Mai von EU-Energiekommissar Günther Oettinger vorgelegten Strategie zur Energieversorgungssicherheit. Diese setzt aus Sicht des deutschen Dachverbandes der Erneuerbaren Energien viel zu stark auf Atomkraft und fossile Energien mit wenig realistischen und umstrittenen Optionen wie Schiefergas und eine Speicherung von Kohlendioxid unter der Erde (CCS).

Auch Maßnahmen wie größere Gasspeicher, eine Verschiebung der Lieferländer oder Notfallpläne kurieren nur kurzfristig an den Symptomen. Wer die Risiken von Lieferengpässen auf Dauer minimieren will, muss auf eine Steigerung der Energieeffizienz und vor allem einen schnelleren Ausbau der Erneuerbaren setzen. Was die sauberen Energien leisten können, zeigen beispielhaft diese Zahlen: Von 2003 bis 2013 ist die Stromproduktion pro Jahr aus Erneuerbaren in der EU von 404 Terawattstunden (TWh) auf 787 TWh gestiegen. Dieser Anstieg von 383 TWh entspricht der gesamten jährlichen Stromerzeugung aus Erdgas.
Erneuerbare Energien schaffen Wertschöpfung in Europa, während Erdgas, Öl und Uran zum weit überwiegenden Teil importiert werden müssen – teilweise aus politisch unsicheren Staaten. Besonders große Potenziale, fossile Energien zu ersetzen, haben Erneuerbare und Effizienzsteigerung in der Wärmeversorgung.

So schafft Oettinger keine sichere Energieversorgung

Die Europäische Kommission vergibt die große Chance, die Energieversorgung der EU in Richtung mehr Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit zu bringen. Das kritisiert der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) anlässlich der heutigen Vorstellung der Strategie zur Energieversorgungssicherheit durch EU-Energiekommissar Günther Oettinger. „Die Vorschläge beschränken sich auf die Absicherung der bestehenden fossilen Versorgung. Herr Oettinger macht den konventionellen Energieerzeugern ein Abschiedsgeschenk. Zukunftsweisende Ideen hat er dagegen nicht“, sagt BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk.

Wenn die EU-Kommission das Ziel des Europäischen Rates erreichen wollte, unsere Energieversorgung unempfindlicher gegen Lieferengpässe und unabhängiger von Rohstoffimporten aus politisch unzuverlässigen Staaten zu machen, müsste sie viel stärker auf Erneuerbare Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz setzen, fordert Falk. Es sei schon bemerkenswert, dass Oettinger in seinem ausführlichen Pressestatement die Erneuerbaren mit keinem Wort erwähnt habe.

Kohle gerät bei Investoren unter Druck – Pensionsfonds GPFG verdoppelt Investitionen in grüne Projekte

Die Risikotechnologie Kohle gerät nach Einschätzung der klima-allianz deutschland weltweit unter Druck. Der größte Investitionsfonds der Welt, Norwegens staatlicher Pensionsfonds GPFG, hat angekündigt, seine Investitionen in grüne Projekte auf bis zu 50 Milliarden Norwegische Kronen (7 Milliarden Euro) zu verdoppeln. Zudem werden seine Kohleinvestitionen überprüft. “In China und den USA dreht sich der Wind mehr und mehr gegen die Kohle. Die Weltbank und die meisten Entwicklungsbanken der OECD-Staaten – mit Ausnahme von Japan, Südkorea und Deutschland – haben die Kohle bereits neu bewertet”, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch und Mitglied im Sprecherrat der klima-allianz. “Nun ziehen auch die ersten großen Investoren nach. Deutsche Investoren sollten dem Beispiel folgen und die reputativen sowie die operativen Risiken ebenso wie sinkende Börsenpreise der Betreiber von Kohlekraftwerken neu bewerten. Auch das Risiko von Klagen gegen Kohleinvestitionen sollte betrachtet werden.”

Die zusätzlichen Investitionen in ökologische Firmen verringern das relative von Kohleinvestitionen ausgehende Risiko. Eine von Norwegens Regierung einberufene Expertengruppe prüft derzeit parallel den Ausstieg des Pensionsriesen aus der Kohlefinanzierung. GPFG könnte damit dem Beispiel des norwegischen Finanzunternehmens Storebrand folgen, das zuletzt weitere zehn Kohlefirmen aus seinem Portfolio verbannt hat.

Drei Jahre nach Fukushima

EU-Subventionen für Atomkraft – Stoppschild für erneuerbare Energien?

Als es vor gerade mal drei Jahren in Fukushima zur Kernschmelze kam, war das
beherrschbare Restrisiko der zivilen Atomenergienutzung endgültig Geschichte. In
Deutschland verkündete die Bundesregierung im Eiltempo den erneuten Atomausstieg
und der Bundestag bekannte sich parteiübergreifend zur so genannten
Energiewende. Doch inzwischen beginnt sich der Wind schon wieder zu drehen; und
zwar zunehmend gegen die erneuerbaren Energien.

Nur Erneuerbare Energien sorgen für eine generationsgerechte Energieversorgung

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer wehrte den Vorschlag von Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), die EEG-Umlage zu strecken und teilweise über Kredite vorzufinanzieren, mit dem Hinweis auf die Generationsgerechtigkeit ab. Dem Straubinger Tagblatt gegenüber sagte er, den künftigen Generationen dürften die Energiekosten von heute nicht zusätzlich aufgebürdet werden. Folgt die deutsche Energiepolitik dieser Prämisse, dann gilt es, die Erneuerbaren Energien zügig auszubauen und so schnell wie möglich aus der Energieversorgung aus Kohle und Atom auszusteigen. Denn gerade Kohle- und Atomenergie bürden nachfolgenden Generationen große Umwelt- und Klimaschäden sowie immense Folgekosten auf.

Nur Erneuerbare Energien sind in der Lage, das derzeitige Prinzip, die Kosten der Energieversorgung auf die nachfolgenden Generationen zu verlagern, aufzubrechen.

Demo & Umzingelung am 30. November in Berlin

Sonne & Wind statt Fracking, Kohle & Atom: Die Energiewende darf nicht ausgebremst werden. Das ist das Motto der Demonstration am 30.11.2013 in Berlin, zu der die Veranstalter – ausgestrahlt, attac, Bundesverband Bürgerinitiativen, campact, Naturfreunde Deutschland – Tausende Menschen aufgerufen.

Unsere Initiative Erneuerbare Energiewende Jetzt! unterstützt die Devise und ist vor Ort mit dabei. Uns geht es um
•den zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien,
•eine Energieversorgung, in der Erneuerbare Energien im Mittelpunkt stehen,
•sichere Investitionsbedingungen.

Wir wollen, dass die Energiewende gelingt und wir dauerhaft auf eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung bauen können. Dafür ist der konsequente Ausbau der Erneuerbaren Energien in allen Sparten erforderlich. Damit die notwendigen Investitionen erfolgen, muss die Politik für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen.

Breites Bündnis aus Sozialverbänden, Umweltorganisationen und BEE für die Energiewende

Ein Bündnis aus großen Sozialverbänden wie der AWO, den wichtigsten deutschen Umweltschutzorganisationen, dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband sowie dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat einen dringenden Appell an CDU/CSU und SPD für eine dynamische, gerechte und soziale Energiewende gerichtet.

Vor dem Hintergrund einer nach wie vor überwältigenden gesellschaftlichen Unterstützung für den Umbau der Energieversorgung und des alarmierenden jüngsten Berichts des Weltklimarats IPCC fordern die Verbände die künftigen Koalitionäre in ihrem gemeinsamen Papier auf, die Energiewende mit ihren Beschlüssen zu stabilisieren und unumkehrbar zu machen. Dazu sind nach ihrer Auffassung ambitionierte Klimaschutzziele und verbindliche Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland und Europa notwendig.

In Deutschland ist ein Anteil der Erneuerbaren von 45 Prozent am Stromverbrauch 2020 erforderlich, um die Klimaschutzziele zu erfüllen. Sollten internationale Instrumente wie der EU-Emissionshandel scheitern, müssen sie durch neue nationale Instrumente ergänzt und ersetzt werden.

Die nächste Bundesregierung muss eine Energiewende auch im Bereich Wärme auslösen und die großen Potenziale für Erneuerbare Energien und mehr Effizienz gerade im Gebäudebestand heben. Die staatliche Förderung für energetische Gebäudesanierungen muss auf 5 Mrd. Euro aufgestockt und verstetigt werden.

Die Kosten der Energiewende müssen fair zwischen den verschiedenen Verbrauchern aufgeteilt

Campact: Volle Kohle-Kraft voraus?

Auch EcofinConcept hat dort natürlich schon unterzeichnet

Campact: Volle Kohle-Kraft voraus?

Bei den Koalitionsgesprächen verhandelt Hannelore Kraft die Energiepolitik für die SPD. Sie will die Energiewende ausbremsen und Kohlemeiler subventionieren. Jetzt machen wir ihr klar, dass wir Klientelpolitik für die Kohlelobby nicht dulden.

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell!

Sehr geehrte Frau Hannelore Kraft,

in den Koalitionsgesprächen mit der Union treffen Sie eine Richtungsentscheidung: Wird die Energiewende ausgebremst. Oder zeigen wir der Welt, wie ein führendes Industrieland eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ohne Kohle- und Atomkraft schafft, die hunderttausende Arbeitsplätze entstehen lässt.

Ich fordere Sie auf, nicht die Interessen der Kohlelobby zu vertreten, sondern für eine zukunftsfähige Energiepolitik einzustehen. Sorgen Sie dafür, dass

– die Erneuerbaren Energien konsequent weiter ausgebaut werden,

– keine neuen Subventionen für Kohlekraftwerke geschaffen werden,

– nur noch Unternehmen von den Kosten der Energiewende entlastet werden, die durch diese in eine bedrohliche Wettbewerbssituation geraten,

– mit einem Klimaschutzgesetz der Ausstoß von CO2 konsequent reduziert wird und verbindliche Klimaschutzziele festgelegt werden.

Mit freundlichen Grüßen

EcofinConcept GmbH, 41836 Hückelhoven

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Künftige Koalition muss Vorreiter beim Klimaschutz werden

Eine entschlossenere Klimaschutzpolitik und eine konsequente Fortführung der Energiewende fordert der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) von CDU, CSU und SPD zum Auftakt ihrer Koalitionsverhandlungen. „Der Klimaschutz muss in den Mittelpunkt der Energiepolitik rücken, sowohl national als auch international“, erklärt BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk. „Deutschland muss seine Vorreiterrolle wieder stärker wahrnehmen.“

Die Energiepolitik sei auch mitverantwortlich für eine solide Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik. „Die Energieversorgung einer modernen Volkswirtschaft muss umweltfreundlich, bezahlbar und sicher sein“, sagt Falk. „Für die Energiewirtschaft muss als Leitbild gelten: dezentral, vielfältig und bürgernah. So will es die übergroße Mehrheit der Deutschen“, betont er.

In seinem Positionspapier für die Koalitionsverhandlungen fordert der BEE, dass sich Deutschland das Ziel setzt, den CO2-Ausstoß bis 2020 um mindestens 40% zu reduzieren (im Vergleich zu 1990). Umso wichtiger ist es nach Auffassung des Spitzenverbandes, dass die nächste Bundesregierung die Energiewende entschlossener vorantreibt. Im Stromsektor lässt sich bis 2020 ein Anteil von 45 bis 50% aus Erneuerbaren erreichen. Die stark gefallenen Kosten für Photovoltaik und die niedrigen Kosten für Onshore-Windkraft sorgen dafür, dass dieses Ziel realistisch ist, ohne dass die Strompreise in relevanten Größenordnungen steigen würden.

Deutschland wählt erneuerbar: 93 Prozent der Bürger für zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien / Klares Votum gegen Förderstopp

Kurz vor der Bundestagswahl unterstützen 93 Prozent der Menschen in Deutschland den zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. „Damit ist die hohe Zustimmung zum Umstieg auf saubere und sichere Energie aus regenerativen Quellen ungebrochen – und das trotz massiver Angriffe auf die Energiewende in den letzten Wochen und Monaten“, kommentiert BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die die Branchen-Initiative Erneuerbare Energiewende Jetzt! beim Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid in Auftrag gegeben hat. Damit sei klar: „Welche Parteienkonstellation am Sonntag auch immer die Mehrheit erzielt, sie hat einen eindeutigen Auftrag: Die Wählerinnen und Wähler erwarten den konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien“, betont Falk.

Fast drei Viertel der Bevölkerung sprechen sich in der Umfrage explizit gegen einen Förderstopp für Erneuerbare Energien aus – und das unabhängig von ihrer jeweiligen Parteinähe. „Damit erteilen die Bürger allen Forderungen nach einem wie auch immer gearteten Ausbaustopp eine klare Absage. Angesichts der vehementen Kampagnen der Energiewende-Gegner ist das eine besonders starke Aussage!“, findet Falk.
Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland verbinden die Erneuerbaren Energien mit einer sicheren Zukunft, Klimaschutz und Unabhängigkeit von Brennstoffimporten aus dem Ausland, so die Umfrageergebnisse. Dazu sagt Hermann Falk: „Die große Mehrheit erkennt den großen Nutzen der Erneuerbaren Energien. Damit fußt ihr Ausbau auf einer hohen gesellschaftlichen Wertschätzung.“
Auch bei Fragen nach Kosten und Förderinstrumenten hat die Bevölkerung eine differenziertere Meinung als die öffentliche Debatte erwarten lässt. Mehr als die Hälfte der Befragten ist bereit, über die Stromrechnung einen Beitrag für den Umbau der Energieversorgung zu leisten. Allerdings muss es dabei künftig gerechter zugehen. „Die Mehrheit der Bürger will sich an den Investitionen in eine zukunftstaugliche Energieversorgung beteiligen. Diese Bereitschaft darf die Politik nicht durch die überproportionale Belastung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie Privathaushalten gefährden“, warnt Falk.

Die Agentur für Erneuerbare Energien hat die aktuelle Umfrage der Initiative Erneuerbare Energiewende Jetzt! mit anderen Meinungsumfragen zum Thema Energiewende abgeglichen. Das Ergebnis zeigt hohe Übereinstimmungen: „Sowohl hinsichtlich der generellen Zustimmung als auch hinsichtlich der Zahlungsbereitschaft für sinnvolle Investitionen ist die Haltung der Bevölkerung zu den Erneuerbaren Energien viel positiver als die veröffentlichte Meinung“, konstatiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Mit der Zustimmung zu Erneuerbaren Energien gehe im Übrigen eine stark ablehnende Haltung gegenüber Kohle- und Atomkraftwerken im eigenen Wohnumfeld einher. „Ein Roll-back in der Energiepolitik zugunsten von Kohle- oder gar Atomkraftwerken ist mit der deutschen Bevölkerung also auf keinen Fall zu machen“, stellt Vohrer fest.

800 Politiker im Kandidaten-Check zur Energiewende

Im Online-Kandidatencheck der Branchen-Initiative „Erneuerbare Energiewende Jetzt!“ haben elf Tage vor der Bundestagswahl 806 Direktkandidaten ihre Position zu den Erneuerbaren Energien veröffentlicht. Davon unterstützen 632 Kandidaten alle drei Forderungen der Initiative, die sich für einen zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien, den Erhalt von Investitionssicherheit und für Erneuerbare als zentrales Element der Energieversorgung einsetzt.

Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE): „Bemerkenswert ist, dass sich ein Großteil der Bundestagskandidaten, trotz der Negativ-Kampagne, die einige Akteure aus Politik und Wirtschaft gegen die Energiewende fahren, weiter für den zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien einsetzt. Das entspricht ja auch dem Willen der Bevölkerung.“ So ist die Zustimmungsrate der Bürger in allen Umfragen anhaltend hoch. Zugleich ist die Energiepolitik für rund 30 Prozent der Wähler bei der Stimmabgabe am 22.9. entscheidend. „Auffallend ist, dass sich nur 142 Bundestagskandidaten der Regierungsparteien positionieren“, bemerkt der BEE-Geschäftsführer. Mehr als 80 Prozent der Stellungnahmen kommen von Oppositionspolitikern. „Hier wünschen wir uns mehr Auskunftsfreude der Kandidaten von CDU/CSU und FDP“, so Falk.

Politik trifft Wähler und Branche: Öffentliche Podiumsdiskussion zum Fortgang der Energiewende in Magdeburg

Wie geht es weiter mit der Energiewende nach der Bundestagswahl? Wie wird der politische Rahmen für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energie gestaltet? Wie entwickelt sich die Investitionssicherheit für potenzielle Anlagenbetreiber in Zukunft? Diese und weitere Fragen rund um die Energiepolitik in der kommenden Legislaturperiode diskutierten Politiker und Branchenexperten gestern mit Interessierten im Rahmen einer anderthalbstündigen, öffentlichen Podiumsdiskussion.

„Die nächsten vier Jahre sind entscheidend für den Erfolg der Energiewende in Deutschland und die Energiepolitik könnte die Bundestagswahl im September entscheiden“, so Carsten Körnig, Vizepräsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien e.V. (BEE). Für rund 30 Prozent hat die Energiepolitik nach aktuellen Umfragen einen großen bis sehr großen Einfluss auf ihre Wahlentscheidung.

In der nächsten Legislaturperiode stünden für die Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien entscheidende Weichenstellungen an: „Die große Mehrheit der Deutschen stellt sich hinter den zügigen Ausbau Erneuerbarer Energien und immer mehr Menschen nehmen die Energiewende selbst in die Hand. Ein enger Austausch zwischen Politik und Bürgern ist deshalb notwendig.“

Jens Ackermann, FDP, betonte, dass für ihn Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Umweltverträglichkeit im Vordergrund der Energiewende stehen. Gegenwärtig sei jedoch durch das EEG die finanzielle Belastung der Bürger, der mittelständischen Betriebe, des Handwerks und der Industrie stark angestiegen. „Deswegen fordern wir eine möglichst zeitnahe und grundlegende Reform des EEG. So schaffen wir Planungssicherheit für Erzeuger und Verbraucher“, so Ackermann. Denn genauso wichtig, wie verlässliche Investitionsbedingungen für die Produzenten von Erneuerbaren Energien einerseits seien, seien andererseits die Kosten, die für Wirtschaft und Verbraucher entstehen.

Stephan Bischoff, Bündnis 90/Die Grünen: „Ich will 100 Prozent erneuerbaren, bezahlbaren und sauberen Strom bis 2030.“ Damit die Energiewende gelänge, müssen jetzt gehandelt werden. „Als Grüne binden wir Bürger von Anfang an mit ein, kürzen Industrieprivilegien und klimaschädliche Subventionen und investieren in den Netzausbau sowie die Entwicklung und den Ausbau von neuen Speicher und Erzeugungstechnologien“, so Bischoff.

Tino Sorge, CDU, unterstrich in der Diskussion das Erreichte: „Wir sind nach wie vor Spitzenreiter bei Windkraft, Solarenergie, und der Erzeugung von Strom aus Biomasse. Der Öko-Strom-Anteil liegt bereits bei über 30 Prozent.“ Für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt bringe die Energiewende wichtige Impulse. Der Stromnetzausbau müsse aber mit den erneuerbaren Energien mithalten können. „Dazu ist es wichtig, dezentrale Stromspeichermedien zu entwickeln, um auch bei Engpässen die Versorgung zu sichern“, so Sorge. Bei der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes solle über einen Energiemarkt nachgedacht werden, der Innovationen fördere und die Preise bezahlbar halten könnte.

Waltraud Wolff, SPD, betonte die Notwendigkeit der Energiewende: „Energie muss umweltverträglich, bezahlbar und sicher sein“, forderte Wolff. „Das heißt: Energie muss dezentral und erneuerbar erzeugt werden.“ Sie verwies auch auf die Vorteile erneuerbarer Energien. Sie stärkten die deutsche Wirtschaft, schafften Arbeitsplätze, verteilten volkswirtschaftliche Wertschöpfung dezentral, entlasten von immer teureren Energieimporten und führten damit zu mehr Versorgungssicherheit. Neben der Energiewende sei auch eine Effizienzrevolution notwendig. „Denn die beste Kilowattstunde ist die, die nicht gebraucht und deshalb nicht produziert wird,“ so Wolff.

Dr. Ruth Brand‐Schock, Vizepräsidentin des Landesverbands Erneuerbare Energien, zeigte am Beispiel Sachsen-Anhalts die Bedeutung der Erneuerbaren Energien für den Wirtschaftsstandort Deutschland: „Die Erneuerbare-Energien-Industrie ist zu dem Wachstumsmotor des deutschen Maschinenbaus geworden.“ Gerade in den neuen Bundesländern mit einem Bedarf an nachholender Industrialisierung seien die Erneuerbaren einer der ganz wenigen Sektoren, in dem überhaupt noch neue Industriearbeitsplätze geschaffen würden. Alleine Enercon beschäftigt in Magdeburg rund 5.000 Mitarbeiter. „Um den Standort Sachsen-Anhalt auch weiterhin entwickeln zu könne, brauchen wir aber vor allem Investitionssicherheit – sonst kann der Mittelstand die Energiewende nicht weiter vorantreiben“, so Brand-Schock.

Marko Mühlstein, Landesenergieagentur (LENA), sagte: „Viele wissen heute, dass die günstigste Energie die ist, die erst gar nicht verbraucht wird. Doch oft fehlt das Know-how, um hier aktiv werden zu können.“ Das Land Sachsen-Anhalt habe mit der Gründung der Landesenergieagentur (LENA) einen unabhängigen Dienstleister gegenüber der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und den privaten Verbraucher geschaffen, „Wir begleiten die Energiewende im Land fachlich und setzen dabei vor allem einen Schwerpunkt auf die Energieeffizienz“, so Mühlstein. Seit Anfang 2013 berät und informiert und kommuniziert die LENA in Sachsen-Anhalt zu den Themen Energieerzeugung, -versorgung und -verwendung.

Zum Abschluss der Runde betonte auch Carsten Körnig noch einmal die Notwendigkeit, von schwindenden und immer schmutzigeren fossil-atomaren Energieträgern loszukommen. Nur so seien die Klimaschutzziele zu erreichen. Nur eine konsequente Energiewende im Strom- und Wärmesektor sichere Bürgern und Unternehmen langfristig bezahlbare Energiepreise. „Erneuerbare Energien müssen deshalb in den Mittelpunkt einer dezentral organisierten Energieversorgung rücken und zügig ausgebaut werden. Dafür bedarf es verlässlicher und fairer Investitionsbedingungen“, mahnte er im Hinblick auf die kommende Legislaturperiode.

Die Diskussionsrunde in Magdeburg war Teil einer deutschlandweiten Wahltour der Initiative „Erneuerbare Energiewende Jetzt!“. Im August und September macht sie zehnmal Station in verschiedenen Regionen, um mit den örtlichen Politikern in öffentlichen Podiumsdiskussionen über den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien zu diskutieren. Die Initiative wird getragen vom Bundesverband Erneuerbare Energie, seinen Mitgliedsverbänden sowie Unternehmen der Erneuerbaren-Branche.

Hessen hinkt hinterher

Windenergie-Ausbau zögerlich / Genehmigungsbehörden und Flugsicherung bremsen Energiewende aus.

Berlin/Frankfurt – Der Windenergie-Ausbau will in Hessen nicht recht vorankommen. Im ersten Halbjahr 2013 sind gerade einmal 19 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 46 Megawatt installiert worden. Zum Vergleich: In Rheinland-Pfalz ist im gleichen Zeitraum mehr als viermal so viel Windkraft-Leistung installiert worden.

Joachim Wierlemann, Landesvorsitzender in Hessen des Bundesverbands WindEnergie: „Die hessische Landesregierung will bis 2050 die Energieversorgung komplett auf Erneuerbare umstellen und hat im Landesentwicklungsplan zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie vorgegeben. Hindernisse bestehen jedoch in der zögerlichen Ausweisung von Windeignungsflächen in den Regional- und Flächennutzungsplänen. Zudem sorgen die völlig überzogenen Vorgaben der Naturschutzbehörden für eine Kostenexplosion bei den Planungen.

Laut einer Studie Windenergiepotenzial Hessen des BWE bietet das Bundesland gute Voraussetzungen für die Windenergienutzung. Demnach stehen in Hessen knapp 3,4 Prozent der Landesfläche außerhalb von Wäldern und Schutzgebieten für die Windenergienutzung zur Verfügung. Bei Nutzung der 2 Prozent Landesfläche ergäben sich 14 GW installierbare Leistung.

BWE-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch: „Nach einem verzögerten Zubau in den vergangenen Jahren gilt es nun, weitere Standorte zu entwickeln.“ Dabei gibt es gerade in Mittelgebirgslagen reichlich windhöffige Standorte, an denen bei heutigen Nabenhöhen 2.500 Volllaststunden realistisch sind – also ähnliche Windverhältnisse wie in Küstennähe herrschen. Dort ließe sich mit 2.500 Windenergie-Anlagen à 3 Megawatt Leistung die Hälfte des hessischen Strombedarfs decken – und das bei einem Flächenbedarf von unter zwei Prozent der Landesfläche. Pilarsky-Grosch: „Obendrein würde ein solcher Ausbau Herstellern, Zulieferern und Projektentwicklern vor Ort den Rücken stärken, Arbeitsplätze schaffen und die Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen kräftig erhöhen.“

Altmaier will Energiewende und Naturschutz in Einklang bringen

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz

Bundesumweltminister Peter Altmaier setzt sich für eine Versöhnung von Energiewende und Naturschutz ein. "Eine erfolgreiche Energiewende gelingt nur im Einklang mit der Natur", sagte er anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Bundesamts für Naturschutz (BfN) in Bonn. "Nur wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien naturverträglich erfolgt, wird er auf Dauer auch die Akzeptanz der Bevölkerung finden." BfN-Präsidentin Beate Jessel sprach sich für eine räumliche Steuerung von erneuerbaren Energien aus.

"Der Naturschutz muss schon früh in die Gestaltung der Energiewende integriert werden", sagte der Bundesumweltminister beim Fachforum "Naturschutz – mitten in der Gesellschaft" des BfN in Bonn. So könnten nach einer grundlegenden Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz verstärkt auch Naturschutz-Kriterien in die Ökostromförderung einfließen. Der Ausbau der Bioenergie zum Beispiel habe in vielen Regionen bereits eine Belastungsgrenze erreicht. Der Ausbau der Windkraft im Wald erfordere eine besonders sorgfältige Standortwahl. "Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt auch für die Energiewende", so Altmaier. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich geschehen."

Eine gute Idee zur Versöhnung von Energiewende und Naturschutz sei die vom Naturschutzbund NABU vorgeschlagene "Clearingstelle", so Altmaier. "Eine solche unabhängige Stelle könnte die Konflikte zwischen Energiewende und Naturschutz auflösen, indem sie informiert, aufklärt und gegenseitige Vorurteile abbaut. Letztlich wollen wir doch alle das Gleiche: Klimaschutz, saubere Energie und eine intakte Natur", sagte Altmaier. "Aber nur wenn wir unsere Anliegen in die richtige Balance bringen, werden wir sie auf Dauer auch umsetzen können."

Minister Remmel: NRW hat großes Potenzial bei der Solarenergie

Umweltministerium legt zweite Potenzialstudie zu Erneuerbaren Energien vor – Technisches Solar-Potenzial bis zu 72,2 Terawatt-stunden pro Jahr

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Nordrhein-Westfalen hat großes Potenzial bei der Solarenergie. Das geht aus der zweiten Potenzialstudie über den Einsatz der Erneuerbaren Energien in NRW hervor, die jetzt in Düsseldorf von Umweltminister Johannes Remmel vorgestellt wurde. Nicht nur in den südlichen Bundesländern kann Strom aus Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) einen wesentlichen Teil zur Energieversorgung beitragen.

„NRW ist nicht nur das Land von Kohle und Stahl, NRW ist auch das Land der Zukunftsenergien“, sagte Minister Remmel. „Bis 2025 wollen wir rund 30 Prozent des Stroms in NRW aus Erneuerbaren Energien produzieren. Auch die Potenzialstudie für die Solarenergie zeigt: Dieses Ziel ist realistisch.“

Nach Berechnungen des Landesumweltamtes (LANUV), das die landesweite Potenzial-Studie erstellt hat, gibt es in NRW unter den möglichen Rahmenbedingungen ein technisches PV-Potenzial für eine Nettostromproduktion von bis zu 72,2 Terawattstunden pro Jahr. Dabei entfallen 53 Prozent der Potenzialflächen auf Dachflächen, 47 Prozent davon auf Freiflächen (z. B. Randstreifen an Autobahnen und Schienenwegen, Halden oder auch Parkplatzflächen). Das bedeutet: Mit dem PV-Potenzial könnten über 50 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in NRW aus erneuerbarem Strom produziert werden. Bereits die im vorigen Jahr präsentierte Windpotenzialstudie hat ergeben, dass mit Windenergie der größte Teil der regenerativen Ausbauziele der Landesregierung erreicht werden kann. Die Solarenergie muss demnach nur moderat ausgebaut werden.

BEE-Geschäftsführer Falk: Altmaier missachtet energiewirtschaftliche Tatsachen

Zu den jüngsten Äußerungen von Bundesumweltminister Altmaier über die angeblichen Kosten der Energiewende erklärt BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk:

„Nach der breiten Ablehnung seiner Vorschläge zur Strompreisbremse jongliert Bundesumweltminister Altmaier erneut mit viel zu hohen Kosten der Energiewende – und schürt damit bewusst die Ängste der Verbraucher. Mit seinen Forderungen nach einer Deckelung der EEG-Umlage missachtet Peter Altmaier zentrale energiewirtschaftliche Zusammenhänge.

Fakt ist: Erneuerbare Energien senken die Börsenstrompreise und damit grundsätzlich die Stromrechnung der Verbraucher, indem sie teure fossile Kraftwerke aus dem Markt drängen. Richtig ist auch: Durch die preissenkende Wirkung steigt momentan die EEG-Umlage, denn sie ergibt sich aus der Differenz von Börsenstrompreis und den Vergütungen, die regenerative Kraftwerke erhalten. Durch diese mangelhafte Berechnungsmethode werden Erneuerbare Energien Opfer ihres eigenen Erfolges. Sie senken die Preise und werden dafür bestraft, indem sie teurer erscheinen als sie sind. Das weiß auch der Bundesumweltminister. Anstatt aber mit allen Beteiligten an einer konstruktiven Lösung des Berechnungsfehlers zu arbeiten, diffamiert er den Finanzierungsrahmen für den Umbau unserer Energieversorgung.
Darüber hinaus wird die Energiewende deutlich günstiger als von Bundesumweltminister Altmaier behauptet. Das hat eine Gegenrechnung des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), das sich Altmaiers fragwürdige „Billionen“-Schätzung genauer angesehen hat, bereits vor Wochen gezeigt.