SOLAR-OFFENSIVE: „AUF JEDES DACH GEHÖRT EINE PHOTOVOLTAIKANLAGE“

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Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW fordert von Städten und Kommunen mehr Förderprogramme für die Solartechnik – in der Stadt Aachen und der Städteregion Aachen gibt es seit Jahresbeginn genau diese Unterstützung.

Die Bundesregierung will, so die Ankündigung zur bevorstehenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die heute installierte Solarleistung bis zum Jahr 2030 auf 215.000 Megawatt mehr als verdreifachen – ein Quantensprung. In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung angekündigt, die Solarleistung im gleichen Zeitraum sogar zu vervierfachen, auf dann 24.000 MW.

Diese für den Klimaschutz und die Energie-Unabhängigkeit unverzichtbare Solar-Offensive ist nicht ohne die Unterstützung von Städten und Gemeinden möglich, sagt der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW). „Um wirklich am besten auf jedes Dach eine Solaranlage – am besten mit Speicher- möglichst mit einer landesweiten Solarpflicht zu installieren, sehen wir die Kommunen und auch ihre Stadtwerke gefordert, ihren Bürgern und Betrieben mit Rat und Tat, aber auch mit finanzieller Unterstützung zur Seite zu stehen“, betont Dr. Thomas Griese, der stellvertretende Vorsitzende. Angesichts des von Russlands Regierungschef Putin ausgelösten verbrecherischen Kriegs gegen die Ukraine sei es dringender denn je geboten, erneuerbare Energien wie die Wind- und Solarkraft forciert auszubauen – umso die Abhängigkeit von fossilen Energieeinfuhren abzubauen.

Dass Städte wie Bottrop, Essen, Köln, Münster oder Ratingen Förderprogramme aufgelegt haben, mit denen Investitionen in Solartechnik unterstützt wird, nennt Griese „ein wichtiges Signal zur Motivationsunterstützung.“

Auch in der Stadt Aachen und in der Städteregion Aachen gibt es solche Förderprogramme. Die Städteregion Aachen hat ihr Programm zu Beginn des Jahres bereits auf 500.000 Euro aufgestockt. Bis Ende April liegt schon eine beträchtliche Anzahl an Anträgen vor, so dass schon mindestens drei Viertel der bereitgestellten Fördermittel abgerufen sind. Gefördert werden nicht nur die Solaranlagen, sondern auch Speichereinheiten.

Mit dieser Zwischenbilanz zeigen sich Werner Krickel, Fraktionsvorsitzender der Grünen Fraktion im Städteregionstag, und Laura Postma, Mitglied im Umweltausschuss der Städteregion und Mitinitiatorin des solaren Förderprogramms, zufrieden: „Mit Einführung der kostendeckenden Vergütung Anfang der 1990er Jahre ist Aachen hierzulande sozusagen die Wiege der modernen Solarstromnutzung. Darauf können wir uns aber nicht ausruhen, noch gibt es in Aachen und in der Städteregion viel zu viele Dächer ohne eine Solaranlage. Unsere Solar-Offensive ist deshalb ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung – das zeigt auch die hohe Nachfrage nach dem Förderprogramm. Da lacht nicht nur die Sonne, sondern auch das Herz von kommunalen Energiepolitikern.“

Neben finanzieller Unterstützung sieht der LEE NRW in den kommenden Wochen und Monaten eine Aufklärungsarbeit rund um die Solartechnik für unverzichtbar, um die ambitionierten Ausbauzahlen zu schaffen: „Wir brauchen einfach mehr kommunale Förderprogramme für den Ausbau der Solartechnik“, betont LEE NRW-Vize Griese.
Für ihn ist es unverständlich, dass die NRW-Landesregierung zum 1. April die Förderung von Solarspeicher gestrichen hat. „Module und Speicher sind heute in der Regel ein Gesamtpaket, um möglichst viel des erzeugten Solarstroms kostengünstig selbst zu nutzen und die Stromnetze zu entlasten. Dass die Landesregierung die Speicherförderung hat auslaufen lassen, zeigt einmal mehr, dass die Landesregierung die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat und bei der Energiewende immer noch auf der Bremse steht“. Ohne die Speicherförderung werde es die Landesregierung „sehr schwer haben“, ihr ambitioniertes Ausbauziel von 24.000 MW zu erreichen.

Nach der bevorstehenden Landtagswahl am 15. Mai fordert der LEE NRW von der sich neubildenden Landesregierung „deutlich mehr Energie für den Ausbau der Solartechnik.“ Es reiche nicht aus, nur Ausbauziele in Positionspapiere zu schreiben: „Die Bürgerinnen und Bürger im Land, aber auch die Gewerbe- und Industriebetriebe müssen viel besser informiert und überzeugt werden.“

Quelle: Landesverband Erneuerbare Energien NRW e. V. (LEE NRW) vom 28.4.2022
www.lee-nrw.de

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