LEE NRW: Bei Altmaiers 1-Billion-Euro-Antwort fehlt die Frage, was die Alternative kostet

Erneuerbare Energien sind schon jetzt ein volkswirtschaftlicher Gewinn +++ Kommunale Wertschöpfung statt teurer Rohstoffimporte ++ Dennoch: Bei der EEG-Novelle Systemtransformation kostengünstiger gestalten

„Wer über die Kosten der Energiewende spricht“, so Andreas Düser, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW e.V. (LEE NRW), anlässlich der jüngsten Äußerungen des Bundesumweltministers Peter Altmaier, „der muss auch ehrlich den Preis der Alternative benennen. Mit einer Umstellung auf ein regeneratives Versorgungssystem werden Rohstoffimporte vermieden, kommunale Wertschöpfung generiert und Bürgerinnen und Bürger zu Gestaltern eines neuen Energiemarktes. Während die fossile Alternative perspektivisch immer teurer wird, werden die erneuerbaren Energien stetig günstiger.“

Dennoch sieht auch der LEE NRW innerhalb der Struktur des Erneuerbare-Energien-Gesetztes (EEG) derzeit deutliche Kosteneinsparungspotenziale. Mit der Einführung eines standortgerechten Vergütungsmodells für Windenergieanlagen an Land, der Abschaffung der Marktprämie, einer deutlichen Reduktion der Offshore-Förderung oder der Einführung eines neuen Grünstrommodells können Einsparungen realisiert werden. Diese lägen deutlich über denen der „Strompreisbremse“, die von den Bundesministern für Wirtschaft und Umwelt vorgestellt wurde. „Zwar stimmen wir mit dem Bundesumweltminister darin überein, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien so kostengünstig wie möglich gestaltet werden muss. Doch spielt dieser ohne Not Ausbauziele und Kostenreduktion gegeneinander aus und fügt damit der notwendigen Energiewende schweren Schaden zu.“

Mit seiner „1 Billion Euro Antwort“ zeigt der Umweltminister, dass er sich die falsche Frage gestellt hat. Wenn wir über die Kosten sprechen, dann dürfen wir auch den Nutzen nicht aus den Augen verlieren. Nach Berechnungen der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) beliefen sich 2011 die nominellen Aufwendungen zur Förderung erneuerbarer Energien auf knapp 14 Mrd. Euro – dem standen kommunale Wertschöpfung, vermiedene Rohstoffimporte und nicht entstandene Klima- und Umweltschäden im Wert von 21 Mrd. Euro im gleichen Jahr gegenüber. Unterm Strich, seien die Erneuerbaren also heute schon ein volkswirtschaftlicher Gewinn.

Fakt ist: Auf den fossilen Energiemarkt mit seinen endlichen Ressourcen drängen stetig mehr Wettbewerber. Die Preisspirale bleibt also nach oben gerichtet. Hinzu kommt, dass der fossile Kraftwerkspark in Deutschland veraltet ist. Eine Modernisierung wäre deutlich teurer als die Systemumstellung auf zunehmend günstigere Erneuerbare. Denn sobald der regenerative Kraftwerkspark steht, verursacht er kaum noch Kosten. Hier gilt: Die Sonne schickt keine Rechnung. „Statt sich in Zahlenspielen um die Kosten der Energiewende zu verfangen, gilt es diese so zügig und kostengünstig wie möglich umzusetzen. Als Branche haben wir hierzu bereits konstruktive und vor allen Dingen kostensenkende Vorschläge gemacht. Von einem Bundesumweltminister erwarten wir, dass er diese berücksichtigt und sich nicht Energiewendebremser entwickelt“, bilanziert Düser.

Quelle: Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V. LEE NRW vom 21.02.2013
www.lee-nrw.de