LEE NRW Sommerempfang 2013: „Nordrhein-Westfalen muss endlich Kohlekleid ablegen und Umstieg auf Erneuerbare Energien forcieren“

+++ Auf dem Sommerempfang des LEE NRW fordert dessen Vorsitzender Andreas Düser von der Landesregierung mehr Einsatz für die Energiewende +++ Gastrednerin Prof. Dr. Claudia Kemfert betont Notwendigkeit des Kohleausstiegs und stellt Herausforderungen des künftigen Energiesystems dar +++ Rund 250 Gäste folgten der Einladung zum Branchenevent in der Hauptniederlassung der WGZ BANK in Düsseldorf +++

Auf dem Sommerempfang des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW e.V. (LEE NRW) in Düsseldorf hat Andreas Düser, Vorsitzender des LEE NRW, die Landesregierung aufgefordert, ihren Einsatz für die Energiewende in Nordrhein-Westfalen zu verstärken und dem Neubau von Kohlekraftwerke eine klare Absage zu erteilen: „Noch immer werden in NRW fast drei Viertel des Strombedarfs aus Kohlekraftwerken gedeckt. Im Wärmebereich entfallen sogar mehr als 95 Prozent der Versorgung auf fossile Energieträger. Anstatt auf den Bau neuer Kohlekraftwerke zu setzen, muss das Land endlich sein Kohlekleid ablegen und den Umstieg auf Erneuerbare Energien forcieren! “, so Düser vor den rund 250 Gästen in der Hauptniederlassung der WGZ BANK in Düsseldorf. Düser betonte in seiner Rede, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energien erhebliche wirtschaftliche Vorteile und positive Effekte für den Arbeitsmarkt mit sich bringe. Bereits jetzt böte die regenerative Branche in NRW mehreren zehntausend Beschäftigten eine Zukunftsperspektive. Der Verlust von Arbeitsplätzen aufgrund des Kohleausstiegs könne perspektivisch mit einem verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien ausgeglichen werden.

Unterstützung in der ablehnenden Haltung gegenüber dem Energieträger  „Kohle“ erhielt Düser von der diesjährigen Gastrednerin des Sommerempfangs, Frau Prof. Dr. Claudia Kemfert, Abteilungsleiterin für Energie, Verkehr und Umwelt beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und zugleich Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin. Unter dem Titel „Vom Land der Kohle zum Land der Erneuerbaren Energien – Herausforderungen und Chancen der Energiewende in NRW“ betonte sie ebenfalls das notwendige Ende der Kohlenutzung:

„Die Energiewende ist deutlich mehr als der Ausstieg aus der Atomenergie im kommenden Jahrzehnt. Bei der Energiewende geht es vor allem auch um einen Ausstieg aus der Kohle. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sollten die Erneuerbaren Energien mit Gas basierenden flexiblen Kraft- Wärme Kopplungsanlagen kombiniert werden, Netze angepasst sowie weitere Speichermöglichkeiten geschaffen werden. Wir benötigen somit dezentrale Lösungen für ein effektives Lastmanagement, eine kluge Steuerung von Angebot und Nachfrage über sogenannte „smart grids“ und die Einbeziehung von Speichermöglichkeiten sowie von sogenannten „virtuellen Kraftwerken“, die ein effektives Energiemanagement ermöglichen“, fasste Kemfert zudem die erforderlichen Schritte für einen klimafreundlichen Umbau der Energieversorgung zusammen.

Der Sommerempfang ist die zentrale Verbandsveranstaltung des LEE NRW im Jahr. Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien bietet sich ein Forum zum Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der regenerativen Energiewirtschaft in NRW. Dieser Intention folgend machten in einer abschließenden Podiumsdiskussion NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel (Bündnis 90 / Die Grünen) und die Landtagsabgeordneten Dietmar Brockes (FDP), Josef Hovenjürgen (CDU), Dr. Joachim Paul (Piraten) und Rainer Schmeltzer (SPD)  die „Parteipolitischen Perspektiven auf die Energiewende in NRW“ deutlich.

Quelle: Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V. vom 27.6.2013
www.lee-nrw.de